Asterix meets 9 Levels

Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... außer einem kleinen widerspenstigen Dorf im Norden. Das Dorf der beliebten Helden von Asterix, Obelix und ihren Bewohnern.


Die 9 Levels sollen im Nachfolgenden auf die wohlbekannten Individuen des Dorfes angewendet werden, um im Anschluss die Dorfgemeinschaft zu analysieren. Diese Vorgehensweise macht den Transfer auf ein Unternehmen, eine Abteilung oder ein Team leichter, denn dadurch wird erkennbar, wie Individuen sich innerhalb des Werte-Systems bewegen und wie sich auch sehr heterogene Teams in einem Werte-System als Organisation wiederfinden. Also selbst wenn ein Team aus Individuen unterschiedlicher Ebenen besteht, lässt sich trotzdem das Team als eine Einheit innerhalb des Werte-Systems finden.

Sicherlich sind die Gallier und ihre Eigenheiten allen recht gut bekannt und die Erläuterungen werden immer mit Beschreibungen besser greifbar, um den Transfer auf das eigene Team zu erleichtern. Die Gallier und ihre Freunde werden nun einzeln dargestellt, kurz charakterisiert und in die entsprechende Ebene eingeordnet.

Die Gallier und ihre Freunde im Einzelnen

Majestix – Der Purpurene
Als erste Figur soll Majestix dienen, das Dorfoberhaupt. Sein Gemüt ist einfach, der Glaube an höhere Mächte hingegen ist sehr ausgeprägt. Seine größte Angst sind nicht die Römer, sondern vielmehr, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt. Seine Rituale, zum Beispiel lässt er sich immer auf seinem Schild durch das Dorf tragen, sind ausgeprägt und die einzige weltliche Macht, der er gehorcht, ist seine Frau Gutemine. Trotzdem gilt er als argwöhnischer alter Krieger und wird von seinen Leuten respektiert.

Majestix ist ein gutes Beispiel für den zweiten Level – Purpur. Der Stammesmensch reagiert auf äußere Einflüsse häufig mit Aussagen, dass die höheren Mächte dies bestimmen und man nichts machen könne. Er legt Wert darauf, dass das Dorf ihm gehorcht, auch wenn er immer wieder kläglich feststellen muss, dass dies nicht unbedingt der Fall ist. Auf sein Recht als Häuptling pocht er jedoch.

Asterix – der heldenhafte Gelbe
Asterix, das eigentliche Gehirn des Dorfes und enger Freund von Obelix, leitet die Geschicke des Dorfes aus der zweiten Reihe. Der Dorfhäuptling Majestix ist zwar das offizielle Dorfoberhaupt, verstrickt sich aber immer wieder in Raufereien und ist dadurch nur selten in der Lage, einen kühlen Kopf zu bewahren. Gemeinsam mit seinem Ratgeber – dem Druiden Miraculix - entwickelt er immer wieder neue Pläne, wie man den Herausforderungen der Welt begegnen kann. Asterix denkt weniger in Problemen als vielmehr in Lösungen, er geht Problemstellungen kreativ an und sucht und erkennt Lösungsmöglichkeiten. Asterix ist der Held der Abenteuer. Er ist ein listiger Krieger, dem alle gefährlichen Aufgaben und Herausforderungen übertragen werden. Seinen von Miraculix zur Verfügung gestellten Zaubertrank nutzt er sehr bewusst und vergeudet ihn nicht.

Asterix ist ein quirliges Beispiel für einen Gelben – immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.

Miraculix – Der weise Türkise
Der Druide Miraculix lebt ein wenig am Rand des Dorfes und gilt als die intelligenteste und weiseste Person im Dorf. Er tauscht sich auf Druidentreffen mit seinesgleichen aus und bespricht Problemstellungen der Welt. Er pflegt Druiden-Traditionen und -Gebräuche, die in der aktuellen (damals in Gallien) Zeit ansonsten in Vergessenheit geraten würden. Seine Weisheit setzt er bewusst ein, seinen Zaubertrank lässt er nicht missbrauchen – nur in Notsituationen darf er getrunken werden. Er weiß seinen Zaubertrank auch gegenüber Obelix zu verteidigen, da dieser für Obelix schädlich wäre – er ist ja bekannter Weise als kleines Kind in den Zaubertrank gefallen. Nur ein einziges Mal gibt er Obelix drei Tropfen davon – eben in einer Notsituation -, um eine Steintür in der Pyramide, in der sie eingeschlossen sind, zu durchbrechen. Miraculix ist ein plastisches Beispiel für den Türkisen. Er steht etwas über den Dingen, seine Weisheit wird respektiert, auch wenn sie von dem einen oder anderen etwas skeptisch gesehen wird.

Obelix – Ein Blauer mit Ausflug zu Orange
Obelix, geht mit seinem besten Freund Asterix durch Dick und Dünn. Sein kleiner Begleiter, der Hund Idefix, teilt mit ihm das Haus. Beide sind unzertrennlich, auch wenn Idefix hin und wieder auf sein Herrchen sauer ist. Dazu aber später mehr.

Obelix ist ein Blauer und loyal durch und durch. Er würde alles für seine Freunde, sein Dorf und ein paar frische Wildschweine tun. Er steht den Schwachen und allen anderen bei, wenn Hilfe benötigt wird. Seine extreme Kraft, die ihm zur Verfügung steht, seit er als kleines Kind in den Zaubertrank gefallen ist, setzt er dosiert ein und missbraucht diese in keinster Weise.

Er steht zu seinem Dorf und seinen Freunden, auch wenn er manches Mal nicht mit den Entscheidungen oder Handlungen einverstanden ist.

Im Heft ‚Hinkelstein GmbH & Co KG’ macht er aus 9 Levels-Sicht einen Ausflug in den Level Orange. Diese Handlungen des dicken Hinkelsteinlieferanten sind aber nicht authentisch und er kehrt anschließend auch wieder in seine wirkliche Welt zurück. In dieser Ausgabe des Abenteuers zieht der blanke Kapitalismus im Dorf ein. Marktmechanismen werden verschärft, Gewinnerzielung wird wichtiger. Die Bedeutung von Status-Symbolen steigt. Das ganze Dorf wird ergriffen – die Dialoge werden weniger loyal und mit der geänderten Kleidung werden Status und Erfolg demonstriert. Am Ende des Abenteuers besinnt er sich aber wieder auf seine eigentlichen Werte zurück und ist wieder ganz der Blaue.

Idefix – der Grüne
Idefix ist der wohl einzige umweltfreundliche Hund, denn er fängt an zu heulen, wenn ein Baum ausgerissen wird. Obelix, sein Herrchen, ist für ihn alles. Er begleitet ihn nahezu überallhin, vorzugsweise natürlich auf die Wildschweinjagd. Idefix ist immer auf der Hut – schaut, wo er sein Herrchen und Asterix unterstützen oder warnen kann.

Wäre Idefix eine menschliche Figur, wäre er sicherlich auf dem Level Grün anzusiedeln.

Troubadix – der musikalische Gelbe
In Troubadix haben die Gallier einen typischen Gelben – manchmal etwas weltfremd, aber immer auf der Suche nach Opportunitäten. Hin und wieder rettet er die Gallier auch aus ausweglosen Situationen. Er selbst findet sein Talent genial, jedoch nicht alle Bewohner teilen diese Meinung. Wenn er nicht singt, ist er ein beliebter und fröhlicher Geselle.

Ständig kreiert er neue Lieder, Kompositionen und Klänge - dies ein Ausdruck seiner Art der Möglichkeitssuche, die jedoch seine Dorfbewohner dazu bringt, ihn am Festmahl immer zu knebeln und zu fesseln.

Methusalix – der alte Rote
Methusalix ist der Dorfälteste. Etwas eigensinnig und auf seinen Standpunkt pochend setzt er sich häufig mit Verleihnix und Automatix heftig auseinander. Dabei scheut er sich nicht, seinen Gehstock als Schlaginstrument einzusetzen. Er ist zwar im Dorf angesehen, aber ein Einzelgänger.

Er ist auf seine Ruhe bedacht und besteht auf seine Meinung – kommt ihm jemand in die Quere, so gibt es Ärger. Die einzige Person, die ihn ganz gut im Griff hat, ist seine namenslose junge Frau, die ihn auch dazu bringt, sich die Schürze umzubinden, um den Abwasch zu erledigen.

Methusalix ist ein klassisches Bild für einen roten Einzelkämpfer.

Verleihnix – der blaue Fischhändler
Der Fischhändler im gallischen Dorf ist seinen Prinzipien sehr treu. So will er trotz des gut gemeinten Vorschlages von Majestix nicht direkt vor dem Dorf fischen, sondern er kauft nur vom Händler, denn er ist seinen Kunden Qualität schuldig. Dies zeichnet ihn - im Sinne von 9 Levels - als loyalen Blauen aus.

Er scheint gegen alle Gerüche immun zu sein, was ihn immer wieder in kleinere und größere Raufereien mit anderen Dorfbewohnern, speziell Automatix, verwickelt.

Automatix – der Schmied als Roter
Seine Ich-Bezogenheit zeichnet sich bei einer der Hauptfiguren im Dorf häufig ab. Automatix, der Schmied im Dorf, ist sehr schnell, wenn entweder Verleihnix seine Nase mit Fischgerüchen stört oder Troubadix mit eigenwilligen Gesängen und Musikstücken seine Gehörgänge beansprucht. Er ist einer der ersten bei jeder Rauferei. Schon sein Name „Automatix“ weist ja auf „eigenständige Wirkung“ hin.

Gutemine – die erste Frau im Dorf ist Grün
Gutemine ist die Frau des Dorfhäuptlings Majestix. Sie hat ihren Mann ganz gut im Griff und korrigiert immer wieder seine impulsiven Ausbrüche oder seine Momente der Verzweiflung, um den Dorffrieden im Gleichgewicht zu halten.

Sie bringt ihn sogar dazu, sich bei anderen zu entschuldigen. Ihr liegt das harmonische Miteinander im Dorf sehr am Herzen. Sie schlichtet Streitigkeiten und führt Konfliktparteien (in der Regel die Herren Majestix, Verleihnix, Automatix und Methusalix) wieder zusammen.

Sie ist die starke Frau an der Seite des Majestix – ganz im Sinne des Dorfes.

Jellosubmarine – die blaue Fischhändlerfrau
Hat der Fischhändler Verleihnix Ärger mit seinem Streitfreund Automatix, steht sie ihrem Mann bei. Hat er viel zu tun, sie hilft ihm. Jellosubmarine ist eine sehr loyale, blaue Person, die ihre Rolle im Dorf gefunden hat und diese voll auslebt.

Gerne trifft sie sich auch mal mit den anderen Damen im Dorf, hält dabei aber immer zu ihrem Mann und zur Dorfgemeinschaft.

Enternix – der orange Oberpirat
Obwohl er und seine Mannschaft nicht wirklich von Erfolg gekrönt oder verwöhnt sind, strebt der Oberpirat Enternix immer wieder nach neuen Angriffen gegen die Römer oder andere Handelsboote. Dabei trifft er leider auch ab und an auf seine gallischen Bekannten aus dem genannten Dorf ...

Der Name ist bei ihm Programm – er entert eben nichts. Seine Werte und Verhaltensweisen passen jedoch hervorragend zu denen der Erfolgssucher.

Dreifuß – der ausflüchtige Pirat
Der grauhaarige Pirat ist nie um eine Ausrede verlegen, sobald die Situation für ihn unangenehm wird – z. B. wenn sie den Galliern in die Hände fallen.

Mit erstaunlicher Raffinesse sucht er Ausflüchte, um aus dieser Lage herauszukommen. Dabei spart er nicht an Kreativität. Er ist immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um sich aus der Affäre zu ziehen. Von seiner Denkweise ist er daher ein Gelber.

Baba – der stumme und blaue Pirat im Ausguck
Baba, der farbige Pirat, der nicht wirklich sprechen kann, ist die treue Seele des Piratenbootes. Er ist immer zur Stelle, auch wenn er nichts mehr fürchtet und verabscheut, als von den Galliern versenkt zu werden. Dies äußert sich häufig in „Gejammer“. Er ist durch seine Treue und Beständigkeit ein klarer Blauer, der seinen Chef und seine Besatzung auf dem Boot nie im Stich lassen würde – selbst wenn es andere Möglichkeiten für ihn gäbe.

Das gallische Dorf im Ganzen betrachtet: Blau

Das gallische Dorf unserer Helden ist ein ziemlich bunter Haufen, selbst wenn man die Piraten außen vor lässt. Die Gesamtheit lässt sich dennoch in die 9 Levels einordnen. Analog funktioniert das auch mit heterogenen Teams in Unternehmen.

Das gallische Dorf hat offiziell eine purpurne Führung, die Bewohner sind alle sehr loyal und dem Dorf verbunden. Die Unabhängigkeit gegenüber den gehassten Römern erreichen sie nur gemeinsam. Es käme für sie nie in Frage, das Dorf zu verlassen oder die bestehenden Strukturen zu verändern oder in Frage zu stellen. Dies war schon immer so und wird auch immer so bleiben, auch wenn einige von ihnen vielleicht gerne einen anderen Häuptling hätten. Die meisten Dorfbewohner sind Wir-bezogen, nur wenige sind Ich-bezogen und wenn, dann auch nur in abgeschwächter Form.

Das gallische Dorf in seiner Gesamtbetrachtung lässt sich daher als Blau kategorisieren. Zum Ausdruck bringen dies die Bewohner auch am Ende von jeder Geschichte mit ihrem großen Fest, an dem alle Bewohner teilnehmen dürfen – außer Troubadix, denn der wollte dazu singen und wird traditionell von Automatix gefesselt.

Transfer ins eigene Team

So wie der bunte Haufen der Gallier lässt sich nahezu jedes einzelne Team in die 9 Levels einordnen, auch wenn es aus sehr unterschiedlichen Individuen besteht. D. h., es sollten zunächst die Individuen betrachtet werden, um dann auf die Vielschichtigkeit des Teams zurückgreifen zu können. Die umgekehrte Reihenfolge ist ebenfalls zulässig und möglich, eröffnet zumeist jedoch nicht die Heterogenität des Teams.

Wichtig hierbei ist vor allem die Kongruenz, also die Passung, der Wertesysteme. Ist diese gegeben, so kann die Kooperation gut gelingen. Bei inkongruenten Wertesystemen kann es zu Konflikten kommen, ein Zusammenarbeiten ist schwer möglich. Die Manager sollten dabei im Idealfall auf dem nächst höheren Level sein, in keinem Fall jedoch eine oder mehrere Stufen unter ihren Mitarbeitern.

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